Flüchtling, Asylbewerber, Geflüchteter – Mensch.
So selbstverständlich diese Folgerung auch scheinen mag, so sehr geht sie oft unter in Diskussionen über die Situation der Menschen, die derzeit zu Tausenden in Europa Zuflucht und eine sichere Zukunft suchen. Noch stärker wirkt nur die Metapher über die Kraft des Wassers, die Europa überrollen soll. Von Flüchtlings­­welle, dem Flüchtlingsstrom und einer Flut ist dabei gern die Rede. So kommt es, dass es sowohl schwer ist, die Menschlichkeit in der derzeitigen Katastrophe zu fassen und gleichermaßen einfach, sich in Ver­allgemeinerungen zu verlieren. Es wäre falsch, die Problematik als einfach und leicht lösbar zu be­zeichnen. Jedoch ist es oft der einfache persönliche Zugang, der aus einem unlösbar scheinenden großen Problem, eine schaffbare Herausforderung macht. Ein solcher persönlicher Kontakt zu Geflüchteten durch eine Freundin, die sich beruflich der Hilfe von Menschen widmet, die, in der Hoffnung bleiben zu können, aus den verschiedensten Teilen der Welt ins bayerische Ingolstadt kommen, ließ uns diese Heraus­forderung begreifen. Diese Freundin brachte uns mit einem jungen Nigerianer zusammen, der aus seinem Land vertrieben wurde und nun seit rund eineinhalb Jahren am Stadt­rand von Ingolstadt lebt. Schon in unseren ersten Gesprächen wuchs daraus neben der Betroffenheit über seine dramatischen Erlebnisse auch der Drang zu helfen. Über viele Monate hinweg näherten wir uns einander an und lernten uns langsam kennen.
Aus unseren Gesprächen und gemeinsamen Erlebnissen, zusammen mit unserer Leidenschaft für die Fotografie und das Schreiben, gebar die Idee, daraus ein Projekt zu machen. Ein Buch sollte es werden, aus Fotografien, Texten und Erlebnissen von uns, mit uns, über uns.

Buchgestaltung und Bilder: Marco Leitermann
Texte: Alexandra Karg

Shortlisted Fotobookfestival Kassel 2016

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